Was kann Überlauf?
Überlauf simuliert Brauchwasserspeicher, die von einer beregneten Fläche gespeist werden, und liefert als Ergebnisse Abflußbeiwerte von zwei Regendauern für die Dimensionierung des Notüberlaufes sowie den Verbrauchsanteil von Ersatzversorgern bei Leerzeiten. Die Ergebnistabellen zeigen Werte für verschiedene Zulaufflächen, Speichergrößen und Verbrauchsgrößen auf einen Blick.
Niederschlagsdaten
Für eine Simulation werden Niederschlagsdaten im Textformat benötigt. Vorbelegt ist die Erweiterung .txt. Zur besseren Übersicht können andere Erweiterungen verwendet und in Dateierweiterung Niederschlagsdaten angegeben werden. Der Dezimaltrenner muß angegeben werden in Dezimaltrenner. Je länger die Zeitreihe, desto besser die Ergbnisse - 10 Jahre oder mehr werden empfohlen. Es sind zwei verschiedene Arten von Datenquellen möglich, welche verwendet wird, wird in Art der Regendaten eingestellt. Maßeinheit ist immer mm bzw. l/m². Es folgt die genaue Syntax der beiden Formate.
kontinuierliche Zeitreihe
Die Daten liegen voll digitalisiert vor. Der Zeitschritt wird so gewählt, daß die Auswertung der kürzeren benötigten Bemessungsregendauer möglich ist, denn die Regendauern der Auswertung sind Vielfache des Zeitschritts der Eingangsdaten. Der Zeitschritt muß zu ganzen Stunden zusammenfaßbar sein. Grundsätzlich gilt: je kleiner der Zeitschritt, desto genauer die Ergebnisse. Systematische Meßfehler des Aufzeichnungsgerätes sollten korrigiert werden, so sind z.B. die Summenwerte aus Trommelaufzeichnungen beim hellmannschen Regenschreiber zu klein und das Speicherverhalten wird dann nicht korrekt simuliert. Wenn keine parallelen Tagessummen zum korrigieren vorhanden sind, ist um einen anzunehmenden Korrekturfaktor anzuheben. Fehlzeiten mit Platzhaltern können vom Programm nicht verarbeitet werden und sind durch plausible Werte zu ersetzen.
Das Schema ist:
zahl tab zahl tab ... zahl Zeilenumbruch
zahl tab zahl tab ... zahl Zeilenumbruch
Keine Leerzeichen, immer Tabulatoren als Wertetrenner und alle Zeilen gleichlang (z.B. ein Tag in eine Zeile). Beispiel mit Komma als Dezimaltrenner:
| 1,176 | 1,294 | 1,176 | 0,353 | 0,588 | 0 | 0 | 0 | 0,118 | ... | 0,118 | 0,353 | 0,235 | 0,471 | 0,588 | 0,588 | 0,824
|
| 0,416 | 0,416 | 0,624 | 0,416 | 0,624 | 0,312 | 0 | 0 | 0 | ... | 0 | 0 | 0 | 0,104 | 0 | 0 | 0
|
Durch klicken auf
Zeitreihe wird der Einlesedialog geöffnet. Der Zeitschritt wird angegeben in
Zeitschritt in minuten und die Regendauern für die Auswertung werden gewählt. Beginnt die Aufzeichnung nicht am 1.1. um 0 Uhr, werden die Angaben in den darunter liegenden Textfeldern geändert.
Zeitreihe Tagesniederschläge und Starkregenlisten
Liegen die Regendaten nicht digitalisiert vor, können die am Sammelgefäß gemessenen Tagessummen für eine Simulation verwendet werden. Sie liefern aber nur Ergebnisse für den Nachspeisungsanteil. Um Abflußbeiwerte zu bekommen, müssen zusätzlich die Starkregen der gewünschten Regendauern aus den Aufzeichnungen ausgelesen werden, zusammen mit dem Regen, der vor dem Starkregen am gleichen Tag gefallen ist.
Zeitreihe Tagesniederschläge
|
5.9
0
15.8
3.8 |
ein Wert pro Zeile. Das Startdatum ist nicht Bestandteil der Zeitreihe und muß im Programm eingelesen werden. |
Starkregenlisten
Die Starkregenereignisse einer Regendauer werden absteigend nach der Größe sortiert, die Werte eines Ereignisses stehen nebeneinander in einer Zeile, getrennt durch Tabulatoren: Datum, Regenhöhe von oben nach unten sortiert, und Vorregen am gleichen Tag bis zum beginn des Starkregens. Tagesbeginn ist die Zeit, an der die Tagessummen gemessen werden. Wenn also ein Starkregen morgens vor der täglichen Summenmessung fällt, ist er dem Vortag zuzuordnen.
Das Schema ist:
dd.mm.jjjj tab Dezimalzahl tab Dezimalzahl Zeilenumbruch
dd.mm.jjjj tab Dezimalzahl tab Dezimalzahl Zeilenumbruch
|
24.08.1994
21.08.1996
26.07.1985
04.07.1994
01.08.1992 |
24.6
18
17.8
17
16.8 |
0
15
2
0
5 |
Ergebnisse
Die Simulationsergebnisse können entweder ausgedruckt (button Ergebnis drucken auf den Ergebnisseiten) oder als Dokument gespeichert (button speichern auf der Eingabeseite) und wieder geladen (button laden auf der Eingabeseite) werden. Die konkreten Systemdaten Speichervolumen und täglicher Wasserverbrauch werden wie bei den Ergebnissen angegeben immer auf den m² Zuflußfläche zum Speicher in Bezug gesetzt, dann kann ein konkretes Ergebnis abgelesen werden.
Übertragbarkeit der Ergebnisse
Abflußbeiwerte und Trinkwassernachspeisung einer Wetterstation sind gültig für Orte mit nahezu gleichen Niederschlagsverhältnissen. Liegen die örtlichen Verhältnisse zwischen denen zweier verwendeter Stationen mit ansonsten gleicher oder sich linear ändernder Charakteristik, kann interpoliert werden. Durch gleiche Jahresniederschlagssummen ist keine Übertragbarkeit gewährleistet. So können z.B. die Verhältnisse im Regenstau des rheinischen Schiefergebirges nicht auf das Alpenvorland angewendet werden, denn hier fallen nur rd. 45% der Niederschläge im starkregenreichen Sommerhalbjahr, in München aber rd. 65%. Die zwei Regendauern sollten so gewählt werden, um zu allen Bemessungsregendauern plausibel interpolieren oder extrapolieren zu können.
Die Ergebnisse sind nicht projektgebunden, sondern decken die meisten möglichen Systemwerte ab, so daß nach dem Ausdruck der Ergebnisse das Programm für die gleiche Wetterstation nicht mehr verwendet werden muß. Es sollte jeweils für flache und für geneigte Zuflußfläche sowie für verschiedene Filterwirkungsgrade simuliert werden.
Verwendung der Abflußbeiwerte in der Bemessung
Der ermittelte Abflußbeiwert enthält außer dem Speicherverlust auch die herkömmlichen Verlustwerte wie Verdunstung, Benetzung, Filterverlust, wenn sie richtig eingestellt sind. Er wird im Programm ermittelt aus einem gewichteten Vergleich der größten Überlaufereignisse mit den größten Regenereignissen. Aus Gründen der statistischen Sicherheit werden bei der Simulation mit Tagessummen nur Überlaufereignisse betrachtet, die größer sind als der kleinste gelistete Starkregen. Deshalb gibt es einen Mindestwert und das Ergebnisbild kann etwas unsauber aussehen, wie bei dem 120-min.-Regen im Bemessungsbeispiel zu sehen ist.
Bemessungsabfluß=Bemessungsregen*Abflußbeiwert.